Praktikumsbericht Daniel Grob

Mein Name ist Daniel Grob, ich bin 25 Jahre alt und habe ihm Rahmen meines Masterstudiums ein achtwöchiges Praktikum bei dem Landtagsabgeordneten Michael Siebel absolviert. Obwohl ich Politikwissenschaft studiere, hatte ich vorher noch kein Praktikum in einem genuin politischen Bereich vorzuweisen. Um einen Einblick in die politische und administrative Arbeit eines Abgeordneten zu bekommen, wollte ich dies unbedingt nachholen. Dass ich weder bei den Jusos noch in der SPD aktiv bin, war von Anfang an kein Problem.

Die Tätigkeiten konnte man im Grunde in zwei Bereiche aufteilen: Der erste war die alltägliche Büroarbeit, der zweite, Michael Siebel zu verschiedenen Veranstaltungen oder im Landtag zu begleiten.

Im Büro habe ich an den wöchentlichen Bürobesprechungen teilgenommen, mich um die Post gekümmert, Termine koordiniert, Recherchen betrieben sowie Pressemitteilungen geschrieben und eine Kleine Anfrage gestellt. Man wird rasch in das Team integriert und bekommt auch gleich reizvolle Aufgaben zugewiesen, so dass man immer gut zu tun hat. Hinter der politischen Arbeit eines Abgeordneten stecken also auch viele Verwaltungstätigkeiten; ohne ein Team, das ihn hier entlastet, würde das nicht funktionieren.

Im Landtag bekommt man Zugang zu sämtlichen Sitzungen, so habe ich an Fraktions-, Ausschuss-, Arbeitskreis- und Plenarsitzungen teilgenommen. Daran war besonders spannend, tatsächlich hinter die Kulissen des politischen Betriebs zu schauen und den Leuten, die man sonst nur aus den Medien kennt, hautnah zu begegnen. Neben den Sitzungen im Landtag habe ich noch an einigen Veranstaltungen teilgenommen, die Michael Siebel veranstaltet hat, wozu eine Info-Veranstaltung über das schwarz-gelbe Kinderförderungsgesetz mit dem familienpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion, Gerhard Merz, und eine Veranstaltung zum Thema „Integration durch Sport“ mit Vertretern von Darmstädter Sportvereinen gehörte. Darüber hinaus hatte ich die Chance, eine Woche in der SPD-Pressestelle im Landtag mitzuarbeiten.

Meine persönlichen Highlights waren zum einen die Teilnahme am Landesparteitag in Hanau, wo sich zahlreiche Spitzenpolitiker der SPD die Klinke in die Hand gaben. Zum anderen fand ich die Teilnahme am Symposium zur NS-Vergangenheit ehemaliger Landtagsabgeordneter sehr spannend, wenngleich mich der noch heute zu beobachtende unkritische Umgang mit der Vergangenheit früherer Politiker etwas irritiert hatte.

Alles in Allem kann ich ein Praktikum bei Michael Siebel nur empfehlen. Neben einem umfassenden Einblick in politischen und administrativen Vorgänge hat man die Gelegenheit in einem tollen Team zu arbeiten, das sehr aufgeschlossen ist, so dass man jederzeit Gedanken und Ideen einbringen kann. Während meiner Zeit dort haben wir beispielsweise einen Harlem Shake veranstaltet, was sicher nicht bei jedem Abgeordneten möglich wäre.