Eckpunkte für einer neue Schulpolitik
12.02.2010
Die sozialdemokratische Landtagsfraktion hat angesichts der bevorstehenden Novelle des Schulgesetzes Eckpunkte formuliert, die Antworten geben auf die schulpolitischen Herausforderungen von heute und Fehlentwicklungen in den zurückliegenden schwarzen und schwarz-gelben Jahren korrigieren.
Wir wollen die Rahmenbedingungen für die Schulen weiter verbessern. Wir wollen eine demokratische Schule, in der alle Beteiligten und vor allem auch die Eltern und Schüler ein gewichtiges Wort bei der Gestaltung 'ihrer' Schule mitsprechen können. Die Regierungen unter der Führung der CDU haben dies systematisch beschnitten. Das war falsch. Vielmehr müssten die Schulkonferenz wieder gestärkt und die Partizipation wieder ausgebaut werden. Dies sei vor allem vor dem Hintergrund einer gewünschten und steigenden Eigenverantwortung notwendigerweise die zweite Seite der Medaille, damit nicht die Qualität von Schule insgesamt auf der Strecke bleibe.
Man muss das aberwitzige Experiment G8 beenden. Nach wie vor will eine Mehrheit der Lehrer, der Eltern und der Schüler diese vermurkste Reform lieber heute als morgen rückgängig machen. Nun ist dafür die beste Gelegenheit. Stattdessen müsse im Schulgesetz wieder die sechsjährige Mittelstufe als Regelfall festgeschrieben werden. Und diese solle in der Regel als Ganztagschule organisiert sein. "Wir brauchen mehr als die bisher geförderten Sparmodelle ein bisschen Suppenküche mit Betreuung- wir brauchen echte Ganztagsschulen, die den Kindern und Jugendlichen mehr Zeit zum Lernen und den Pädagogen mehr Zeit zum Lehren und zur individuellen Förderung geben.
Weitere Punkte kämen hinzu. So müsse endlich die auf der Stelle Umsetzung des flexiblen Schuleingangs und Stärkung der frühen Förderung ebenso wie die konsequente Weiterentwicklung der beruflichen Bildung vorangetrieben werden. Denn auch - vielleicht sogar gerade - in der beruflichen Bildung tritt die Entwicklung weitgehend auf der Stelle, weil die Ministerialbürokratie blockiert. Das Modellprojekt 'Selbstverantwortung plus' geht trotz mehrfacher einstimmiger Beschlüsse im Landtag nicht voran und auch beim HessenCampus besteht die Gefahr des Todes auf Raten, nachdem die Kultusministerin angekündigt hat, die Unterstützung Stück für Stück auslaufen zu lassen.








